Dienstag, 6. Juni 2017

Bimbach 400 – Bericht

Bimbach 400 – Zwei Tage viel Radfahren? Gerne.
Viele Höhenmeter? Dabei.

In den letzten Jahren ging Bimbach an mir vorbei. Ich hatte zwar von dem Ereignis gehört, aber da es schon so früh ausgebucht ist und ich Samstag nie gut frei habe, habe ich mich nie dafür begeistern können.
Das änderte sich als Phil aus meinem Verein "Radtreff Campus Bonn" (RCB) sich dafür einsetzte, eine erweiterte Frühlings-Tour nach Bimbach zu organisieren. Er fragte vorab, wer Zeit und Lust hatte. Und an letzteren mangelte es nicht. Zeitlich hat meine Frau dabei sehr geholfen, denn sie hat sich extra Urlaub genommen, damit ich Kinder-Frei bekomme!

Immer hoch fahren


RCB Gruppenbild


Also bestätigte ich mich zur Gruppenanmeldung und bat Phil mich für die Tour 4 & Tour E anzumelden. Sollte Pi mal Daumen passen, dachte ich leichtsinnig. Insgesamt war unsere RCB & Friends Gruppe 15 Mann und Frau stark, wobei leider drei Teilnehmer aus gesundheitlichen und terminlichen Gründen kurzfristig absagen mussten. Die zwei Friends waren Marc und Gunter, beide fuhren mit mir die "Bimbach 400".

Meine Anmeldung bei Phil



Durch den Winter kam ich eigentlich sehr gut.

Viel Cross und MTB, dazu ein paar virtuelle Rides mit Zwift, die auch sehr Spaß machten, da wir versuchten mit Teamspeak eine Art Gruppenausfahrt zu organisieren. Was auch teilweise gut klappt, wenn man sich nach 30 min in London dann erst mal getroffen hat ;-)
Als ende März das Wetter besser wurde habe ich auch eine längere Schnapsidee umgesetzt an Rhein, Erft und Ahr ein Runde zu drehen. Was auch super Spaß gemacht hat und obwohl der langen Strecke sehr locker war.
Leider bekam ich in der Zeit danach einen trockenen Husten, was ich zunächst auf die Pollen und meine Allergie zuordnete. Doch nachdem ich starkes Fieber bekam, gab mir der Arzt leider die Gewissheit: Ich hatte mir eine starke Bronchitis zugezogen, wahrscheinlich von der langen Tour. Der Temperaturunterschied war knapp 20 Grad an diesem Tag. Wohl zu kalt und dann zu verschwitzt... Ich musste zwei Wochen auskurieren mit starken Antibiotika, einem besorgniserregenden Lungenfunktionstest und abschließendem Röntgen der Lunge. Zum Glück ohne Befund. Das verringerte Lungenvolumen stammt physikalisch von meiner leichten Trichterbrust...


"Never change a running system"

sagt man ja, doch ich wollte für die Ausfahrten 2017 mal einen neuen Sattel ausprobieren. Viele sind ja von den SQlabs begeistert, das wollte ich testen, doch nach einer Trainingsrunde mit der 3er Gruppe vom RCB stellte ich fest, dass der Sattel zu scharfkantig an der Nase war und ich mir eine Druckstelle gefahren hatte. Die nächsten Wochen war ich damit beschäftigt, diese, während des Trainings auszuheilen. Das stellte sich "spannend" heraus und es sollte, wie in einem Krimi erst in der Woche zu Bimbach weg sein. Zwischenfazit: Alle Sättel bleiben wie sie sind. Immer. Punkt.


Ungefähr drei Wochen vor Start

realisierte ich erst, wie viele Kilometer und Höhenmeter es waren. Damals bei der Anmeldung über Phil und den RCB dachte ich nicht über meinen Fitness-Stand nach. Ich war noch im Saft des täglichen Pendeln zwischen Rösrath und Bonn. Doch jetzt wo ich den Job gewechselt habe und Selbstständig arbeite, habe ich nicht mehr die Kilometerleistung und machte mir doch anfänglich Sorgen... Schon die Werte der RTF schienen hart und der Rhön Radmarathon... nunja wirklich bekloppt. Langsam bekam ich Schiss!


Die Trainingsvorbereitung

gestaltete sich durch private und berufliche Termine schwierig. Ich versuchte, so gut es geht alles unter einem Hut zu bekommen. Eine Wochendreise nach Hamburg mit meiner Frau, Zelten über Christi Himmelfahrt und eine Filmproduktion. Dazu kam noch eine Beerdigung meiner Oma in Kraiburg. Es wurde knapp und es gab einfach überall zu viel leckeres Bier (zum Beispiel das schwarze Festbier in der Steffens Brauerei, Kaßbach - saulecker!!!)

Leckeres Schwarzbier




Die Hinfahrt

mit Rolf, meinem Zimmergenossen im Landhotel "Am Trätzhof", Fulda, gestaltete sich, ob der enormen Verkehrslage am Freitagabend und einigen Baustellen, als sehr kurzweilig und interessant: Zwei Radler haben schon per se viel gemein, bei gleichem Hobby. Da kann man mal ausgiebig quasseln.
Nach dem Einchecken ließen wir es uns gemeinsam mit den anderen ankommenden RCBlern Heike, Petra, Doro, Julian und Steffi im Biergarten des Hotels gut gehen und tranken einen schwarzen Hahn. Das Wetter für Samstag war berechenbar, ab Nachmittags sollten Gewitterwolken durchziehen.

Schwarzer Hahn



Erster Tag

früh aufstehen um 6:30Uhr. Fertig machen und runter zur Anmeldung und Start.

Mit Julian und Steffi zum RTF Start


Auf Googlemaps schaute das Hotel nicht so weit vom Start aus. Ungefähr 6km sollten es sein. Doch ein Blick auf das Sattelitenbild zeigte, dass die kürzeste Strecke auf Schotter verläuft. So war Sternfahrtmodus angesagt 10km bis zu Start.

Genau abgepasst, als Marc die Kuppe erreichte


Auf die 150 Runde bin ich mit Phil und Marc: Wir fuhren locker aber mit Druck die Wellen und Hügel durch das schöne Gebiet. Das Wetter war warm und drückend schwül, fast Spätsommerlich. Eingecremt hatte ich mich leider nicht, was abends auch mit Sonnenbrand und starker Tan-line belohnt wurde.
Phil ist ein ähnlicher Fahrer wie ich. Marc ist eine andere Kampfklasse. Er trainiert bei Hamm im Münsterland bis Dortmund. Mit seinen kräftigen Waden kann er auf gerader Strecke "Katapulte nach Mordor" ziehen. Wenn er zweimal locker antritt, müssen Phil und ich aus dem Sattel und haben Not sein Hinterrad zu halten. Am Berg hat er vom Gewicht her etwas Probleme, doch das macht er (wie Sonntags dann gesehen) durch Willensstärke und Kampfgeist wett.

Blecheweise Kuchen


Phil verließ uns bei der Streckenteilung zur 100er und Marc und ich fuhren weiter zur 150er Schleife zum dritten Kontrollpunkt, der auch schon der zweite KP war. Ein schöner Anstieg  am Arnsberg hoch.

Herrliches Wetter und Asphalt


Kurz vor Ende der Strecke sind wir leider doch von einer Schauerwolke überrascht worden. Wir stellten uns unter und fuhren dann mit Unterbodenwäsche ins Ziel.

Unterstellen bei Wolkenbruch (Foto: Marc Garbe)


Im Ziel gab es Currywurst Pommes, ein alkfreies Weizen und zusammen mit Uta, Simon, Phil und Gunter warteten wir im Festivalzeit bis der erneute Regen endete und ich wieder hoch zum Hotel fuhr.

Die ersten 175km waren im Sack

Der Strava-Track auch?  ... Mein Handy hatte sich auf der Strecke aufgehangen. Irgendwann weigerte es sich eine Mobilfunkverbindung aufzubauen. Strava lief zwar weiter, doch telefonisch war ich nicht erreichbar. Zwischendurch wollte ich das Handy nicht neu starten. Zu groß war die Sorge, den Track zu verlieren...
Im Hotel angekommen habe ich im WLan den Track gesichert. Yeah! Doch dann sah ich nach dem Handy-Neustart, dass meine Frau von zu hause vergeblich versucht hat, mich zu erreichen und schon sehr in Sorge war, ob mir etwas zugestoßen ist. Ich hatte versprochen mich zu melden, hatte es aber auf Grund der Technik noch nicht gemacht... Ihre viele Nachrichten, Chatversuche und Anrufe gingen ins Leere, sodass sie sogar schon den Veranstalter kontaktierte, ob es eine Nachricht über meinen Verbleib gäbe... Ich viel aus allen Wolken und telefonierte lange mit ihr. Es war nicht meine Absicht ihr solche Sorgen zu bereiten. MeaCulpa. Bei all dem Support hat sie solche Sorgen nicht verdient.


Den Abend

ließen wir im Hotel an langer RCB Tafel ausklingen. Bis auf die Festival-Griller waren alle da und wir brägelten und studierten ausgiebig das Wetter zu Sonntag, dass leider mies werden sollte bis Vormittag. Julian hatte den Wolkenverlauf tief dunkelblau eindeutig in der App. Doch einzelne Aussichten ließen noch Deutung, die vereinzelt positiv "ach, klärt sich schon auf" oder negativ "nee, bei Regen fahre ich nicht los" wahrgenommen wurden.

Landschaft



Und das Wetter war auch richtig mies

Wecker 4:45 Uhr, aufstehen. (Warum bin ich nicht Bäcker geworden?)

Bett-Tuning??? Unterbodenlicht auf dem Zimmer


Als Frühstück ein Brötchen rein, den viel zu heißen Kaffee halbvoll stehen lassen und los.
Schon auf der 10km Anfahrt hatte ich starken Dauerregen und war nass. Ohne Handschuhe, Regenjacke, Trikothose, Überschuhe (die ich für RUK 2013 geholt hatte, diese hatten mich schon beim Hagel in der Startaufstellung gerettet).
Kurze Orientierung am Start und Gunter gesichtet. Der, wie er mir sagte, echt überlegte, bei dem Rotzwetter doch nicht starten zu wollen. Doch er wollte sich das Ding nicht nehmen lassen. Wetter hin oder her. Beide wollten wir nicht lange warten und sind los.

Gunter und ich beim Start

Gunter fährt mit Stages Powermeter und hatte sich einen Watt-Bereich eingestellt, der mir auch zusagt und wir rollerten los. Kurz hinter dem Start haben wir Jan Wiedmann getroffen. Der bärenstarke und bis in die Bartspitzen austrainierte Paracyclist ist ein supernetter bodenständiger Typ, den wir immer wieder im Feld getroffen haben und zu weiteren Plausches beim Rollern verführen konnten. Ich bedankte mich bei ihm für die coolen Decals, die Rahmensticker, die ich bei ihm erworben hatte.

Die ersten 80km (90 mit Anfahrt) regnete es permanent...

Die Straße war obwohl es eigentlich hell war dunkel und nass. In der Nacht hatte es noch stärker geregnet: Schotter, Steine, Äste und Blätter waren Zeugen des Unwetters. Es gab viele Plattfüße am Straßenrad. Auch viele Tote Frösche, Kröten und Eichhörnchen sähten den Asphalt.
Gunter und ich gaben Gas. Wir rollten immer wieder zu Gruppen auf, die uns aber zu langsam fuhren, so fuhren wir vorn alleine, während sich hinter uns ein Tross anschloss. Viele die uns überholten sammelten wir auch wieder ein. Alle Radler warteten auf ende des Regens und fuhren zur ersten Kontrolle bei Welkers. Dort schnappten wir uns ein Brötchen, tranken schnell, Toilette und weiter. Nicht weiter auskühlen. Alle waren am bibbern, wir auch.

Wasserkuppe


Das Gebiet des Rhön Radmarathon ist herrlich, doch die ersten 4/5 Stunden hat man nichts davon gesehen. Dunkle Straße, stumme Fahrer, die stoisch kurbeln. grau in Grau. Die Aussicht: Nur 500m. Bei der Anfahrt zur Wasserkuppe, war die Kuppe nicht zu sehen, oben auf der Kuppe war alles Neutralgrau. Viele hatten Rücklicht an. Eigentlich legendäres Helden-Klassiker-Wetter ;-)


An Kontrollpunkt zwei, in Bischofsheim

kurz was Essen und eine warme Brühe rein. Es wurde einem zunehmend kälter. Die Nässe forderte Tribut. Gefühlt waren es knapp über 15 Grad draußen. Die Finger schrumpelig von Regen. In den Schuhe, in den Überschuhen, jeweils eine Cola-Dose Wasser. Weiter fahren – nicht weiter bibbern. Fahren.
Es dauerte gute 15min Fahrt, bis der Körper wieder dachte, es sei warm. Da ging es hinauf zur Hochrhönstraße. Gunter gab weiterhin gut Druck, doch ich musste vom Trainingsstand her nachgeben und lies ihn alleine mit der Gruppe hochfahren.
Das Wetter hat mir viele Körner gezogen und ich schaltete auf Brevet-Tempo um. Gunter wartete geduldig oben gute 5min auf mich. Ich war abgeschlagen. Es machte für Gunter eigentlich keinen Sinn mit mir weiter zu fahren.
Im Downhill nach Fladungen wurde die Straße der Abfahrt enger als bei den vorherigen. In einer fast Haarnadelkurve hatte sich ein Radler verbremst und sein Hinterreifen ist geplatzt. Er ist gegen die Leitplanke gekracht. Mit Oberschenkelhalsbruch wurde er, als ich passierte, vom RTW versorgt und eingeladen. (was passiert war hatte ich von einem anderen Radler im Zielbereich gehört. Er war Ersthelfer bis der RTW eintraf) Ich selbst hatte auch mühe in der Kurve gut herum zukommen. Zu abgelenkt war man von der plötzlich scharfen Kurve, RTW im engen Kurvenbereich mit Blaulicht, der Nässe und hochfahrenden Motorradfahrern.


An Kontrollpunkt drei, Nudelpause

Als hätte man sich eine Geschichte für einen Film ausgedacht, hörte es auf zu Regnen und zur dritten Kontrolle kam die Sonne raus! Die Pause tat gut. Einen großen Teller Nudeln mit Fleischsoße.

Endlich Sonne und Nudeln


Versuchen, die Sachen trocknen zu lassen. Füße und Finger waren schrumpelig, wie drei Stunden Badewanne. Selbst Tilly aus der Palmoliv Werbung hätte nichts machen können. Sonne tanken war angesagt.

Der Versuch alles anzutrocknen


Unter der Regenjacke war man nass geschwitzt, es war immer noch kalt, aber mit der Sonne kam der Optimismus hoch. Jedoch musste ich sehen, dass die Strava-Aufzeichnung per Handy schon in die Hose ging. Sollte nach der geilen Flandern Rundfahrt mit kaputten Track ein weiterer persönlicher Meilenstein nicht für die Nachwelt festgehalten werden können? Ich stoppte die Aufzeichnung und sah kurz nach meinem Trustworthy Garmin Oregon 450, dass zum Glück brav in der Trikot-Tasche ausdauernd nach den GPS-Satelitten ausschau hielt. Aber mit erschrecken sah ich, dass die Löschung des gestrigen Tracks nicht funktioniert hatte und der Speicher drohte voll zu laufen. Zu Spät. Entweder es trackt alles oder,... mal sehen.

Ab hier fuhren Gunter und ich getrennt, jeder sein Pace. Doch ich hatte Glück: ich traf an KP3 Heike und Doro und kurz darauf Marc, die Wildsau mit den Beton-Waden (sorry, mein Lieber ;-))
Es war eine gute Kombi. Bergauf zog ich. Auf Ebene zog er an und wir wechselten uns gut ab. Es bildete sich ein schönes Grupetto netter Fahrer und fuhren nach dem fiesen Anstieg nach Geba in Kontrollpunkt vier, Kaltenlengsfeld ein.

In Kontrollpunkt vier

waren die Geister (fast) alle wieder da. Man merkte zwar die starke Anstrengung. Doch die Stimmung ging hoch. Marc und ich ließen die vom Dauerregen ausgewaschenen Kette ölen. Super Service vom Veranstalter an diesem Tag. Mehrer Fahrzeuge fuhren mit und versorgten Räder und Blessuren.

Servicemobil


Mit geölten Ketten ging es elegant und geräuschlos dann weiter. Mehr oder weniger mit unserem Grupetto. Irgendwie trifft man sich ja immer wieder.
Ab KP4 schloß sich auch Hubert uns an. Der (auch) fast zwei Meter große Neu-Ulmer Pendler ließ sich gerne mitziehen und leistete später noch eine gute Mitarbeit. Da hatte ich endlich mal einen passenden Windschatten!

Hubert links, Marc rechts


Leider war die Streckenteilung schon umgeleitet nach Günthers. Um eine kleine Schleife wurde unsere Etappe kürzer. Aber auf Grund der bisherigen Quälerei, waren wie nicht besonders traurig. Ein kleiner Zacken an der Krone war zwar ab, jedoch die Krone sitz weiterhin ;-)

Kontrollpunkt Fünf –  Rennwurst und Brezel

An der Kontrolle trafen wir auch wieder auf Gunter, er rollte auch gerade rein. Bingo! Jedoch rollerten wir als Dreierteam weiter. Gunter musste auch seine Kette versorgen lassen.
Also, Marc, Hubert und ich. zur letzten sechsten Kontrolle in Margretenhaun, wo wir eine schnelle Banane einwarfen und unseren Dreier-Zug wieder aufnahmen.

Letzte Kontrolle


Wie waren ein eingespieltes Team, das sich gut abwechselte. Zwischendurch nahmen wir weitere Fahrer auf und so war ein leichten in Ziel zu fahren. Auf dem Weg überholte uns noch der MantaSquad-"ICE"-Zug (mit Jan Wiedmann, war klar...). Mit einer Geschwindigkeit, als wäre die Etappe gerade gestartet...
Das letzte Stück nahmen wir (ich) noch etwas raus, damit die Beine abends nicht ganz so explodieren.

Im Ziel trafen wir noch kurz auf die anderen RCBlern, die sich gerade aufmachten zum Hotel. Mit unserer Auszeichnung der zehntstärksten Gruppe in der Tasche gaben sie einen frohen Zielempfang.

Auszeichnung, zehnter Platz der größten Gruppe



Gunter fuhr auch kurz hinter uns ein und wir machten uns zur Abmeldung. Dort gab es einiges zum Abstauben. Erstmal die Wertungskarte, eine Urkunde, eine Medaille, ein Shirt und vom Team Alpecin Katusha gab es in Replika-Trikot extra obendrauf für alle Finisher. Sehr cool.

Abgesahnt



Zurück im Hotel

habe ich den Garmin gecheckt, der in der Trikottasche stoisch als Backup tackerte. Schweißausbruch: Beim versuch, den Track zu speichern, wurde das Segment als 0km lang angegeben. Der Speicher war voll. Das File korrupt???  Kurze Panik. Okay, erstmal alles speichern. Dann: Neustart.
Erleichterung: Das klobige alte Teil hat alles behalten. Ich konnte die Segemente des Tages als Track abspeichern. (Ganz am Rand: Ich hatte auch noch gut ein drittel Akku. Braver alter Garmin mit AA-Baterie-Akkus *verliebt*)

Jetzt konnte der Urlaub beginnen. Duschen und Algäuer Schnitzel in der Gaststätte Adler.

Leckerchen

Am Abreisetag konnten wir endlich einmal zusammen Frühstücken. Ohne Startdruck. Schön. Die Heimfahrt ging frei und rasend schnell.
Zuhause angekommen habe ich direkt das Garmin-File hochgaladen und den kaputten Handytrack gelöscht auf Strava. Doch schon wieder eine Überraschung: Die Hm werden nicht ordenlich mitgezählt. Das ist ärgelich, statt rechnerisch 7408hm waren nur nur 3114hm in der Climbing Challenge sichtbar... Also den Strava Support kontakten, der auch über Nacht prompt helfen konnte. Yeah!

Thank you, Strava


Komplettfazit: Megageiles Event

Bimbach 400 ist wirklich das „Wacken der Rennradfahrer“. Ein Großereignis, das Radler aus der ganzen Welt anlockt. Ich selbst habe Leute aus Den Haag, Norwegen und ganz Deutschland getroffen.

Für das nächste Mal würde ich mir vornehmen:
- (je nach Wetter) kürzer zu fahren und/oder die herrliche Landschaft besser aufzusaugen
- vielleicht doch Zelten? Am Festvalgelände ist es doch am schönsten
- mehr Marathon Trainings im Vorfeld machen, um etwas die Qual zu verringern


Dienstag, 18. April 2017

Zurück im Sattel

Da hat man sich gut durch den Winter gerettet, war nicht sonderlich krank und verschnupft und freut sich auf die Frühlings-Saison.

Was kann schief gehen? Fast nichts. Erste warme Sonnenstrahlen eine lange Tour. Alles gut!
Man merkt an der Lunge/Bronchien: Oh die Pollen kommen! Tage später fragt man sich, ob die Pollen es wirklich sind. Dann kommt starkes Fieber hinzu...
Zum Glück mal beim Hausarzt vorbei geschaut. Mist: Eine verschleppte Bronchitis! Kein Hals, keine Nase, nichts: Direkt auf die Atemwege!  Dort bekam ich starkes Antibiotica und zwei Wochen pause verordnet, da sich die Lunge so gar nicht gut anhörte und mein Arzt auch sehr besorgt drein schaute.

Nach zwei Wochen, dann zur Kontrolle zum Arzt, da immer noch ein starker Husten da ist. Besorgt wurde ein Lungenfunktionstest gemacht mit dem Ergebnis eines eingeschränkten Atemvolumens.
Ohje. Der Arzt gab mir eine Überweisung zum Röntgen des Thorax. "Rauchen Sie?"-"Ja, bis vor sechs Jahren habe ich..."-"... Ja, ... das schreibe ich mal auf die Überweisung..." Mist. Ich bin ja quasi Nichtraucher, nur eine kurze Zeit geraucht. In der Zeit zwar heftig, aber doch schon lange "clean". Ist es irgendwas von den Dieselabgasen, die man immer einatmen muss?

Völlig perplex besorgte ich mir von der Überweisung einen Termin zum Röntgen. Dieser war einen Tag später. Ich war sehr besorgt, dass etwas schlimmes sei. Am Tag des Röntgen bekam ich dann kein Befund. Schnell schnell, hierhin stellen, so, Aufnahmen machen, CD in die Hand, "die Diagnose bekommen sie dann morgen Nachmittag". "Kann man etwas sehen?"-"Wenn etwas schlimmes wäre würde man Ihnen das schneller sagen... Der nächste!"

Das war eine schlimme Warterei. Die Aufnahmen habe ich mir als alter Hacker natürlich gewandelt und angeschaut und mit vielen Google-Aufnahmen verglichen. ...Was sind das für Punkte?, .... was ist das dickes??,... hier ist eine eigenartige Verästelung???. Kurz gesagt, es waren schlimme 36 Stunden Warterei.
Am nächsten Tag dann der Telefontermin mit dem Hausarzt: Alles Okay, man solle langsam wieder den Sport beginnen. "Nichts besonderes?"-"Nein, alles gut. Keine Entzündung mehr sichtbar."
Große Erleichterung! Nach guten zwei Wochen endlich wieder Radfahren dürfen und können! Ich war völlig unterkurbelt, mir fehlten Kilo-weise Glückshormone und Fitness. Ich musste den ganzen Frühjahrs-Sommer auf der Couch laborieren...

Die Moral von der Geschicht'? Immer gut auf den Körper hören! Nichts eben mal abwenden und trotzdem weitermachen. Auch mal richtig krank sein. Und wenn man gesund ist, glücklich sein, dass es einem wieder gut geht und dass man gesund ist und den Sport ausleben kann, den man so sehr liebt!

...jetzt geht es der Oster-Plautze an den Kragen: Die RTFs und langen Ausfahrten warten!

Die schönen Seiten des Radelns. Nachts wieder zurück pendeln zu können und die Atmosphäre genießen!

Freitag, 30. Dezember 2016

Jahresendestress

Ihr kennt es bestimmt: Das Jahr geht zu Ende und man schaut auf seine Leistungen zurück.
Ich kann eigentlich sehr zufrieden sein, da ich mehr gefahren bin als jeher, sehr glücklich in meinem Verein dem RCB bin und das Jahr gesund überstanden habe.
Doch dann fängt man an, seine Zacken an der bildlichen Krone zu zählen. Und was mich dann doch wurmt ist, dass die gesteckten Ziele jetzt nur noch schwer zu erreichen sind.
Das wichtigste Ziel: 20.000km als Jahresziel.
Überheblich bestimmt für viele. Doch als Pendler mit täglich knapp 60 km dann doch eigentlich easy. Knappe 300 in der Woche. Macht schon mal gute 15k Pendeln im Jahr.
Nur was ist, wenn der Arbeitgeber plötzlich wegfällt? Mir ist es passiert und konnte seit Mitte September nicht mehr wie gewohnt pendeln.
Nun habe ich noch zwei Tage Zeit in diesem Jahr, um den Sack zu zu machen. 139 sollen es noch werden. Eigentlich schon im Oktober wären die 20k voll gewesen. Jetzt muss ich mich ranhalten. Kilometer fressen.
Aber will man das? Stressen lassen? Hat man die Motivation? Möchte man wirklich am Silvesterabend schon um Acht auf der Couch einpennen? Mal sehen.
Ich für meinen Teil werde schauen, was geht. Wenn es nicht geht, gibt es immer ein nächstes Jahr.
In diesem Sinne, rutscht gut rein!